<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Menschen &amp; Kultur on .kais blog</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/themen/menschen-kultur/</link><description>Recent content in Menschen &amp; Kultur on .kais blog</description><generator>Hugo</generator><language>de-de</language><lastBuildDate>Fri, 28 Aug 2026 07:35:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://blog.0x2e6b6169.de/themen/menschen-kultur/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Die Schubladen-Leitlinie</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-28-schubladen-leitlinie/</link><pubDate>Fri, 28 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-28-schubladen-leitlinie/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich frage nach der Informationssicherheitsleitlinie und bekomme einen Vorlagentext: generische Sätze, austauschbar, ohne erkennbaren Absender. In der Organisation kennt sie kaum jemand. Hervor holt sie nur, wer das Audit vorbereitet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;ISO 27001 Clause 5.2 verlangt von der obersten Leitung eine Leitlinie, die Richtung vorgibt und ihr Bekenntnis zur Informationssicherheit dokumentiert. Sie ist das eine Dokument, mit dem Führung sichtbar wird.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Maßregelungsreflex</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-26-massregelungsreflex/</link><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-26-massregelungsreflex/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;A.6.4 gehört zu den wenigen Maßnahmen, die fast jede Organisation sauber dokumentiert hat. Ermahnung, Abmahnung, Kündigung – die Eskalation steht. Frage ich dagegen, was die Analyse des letzten Vorfalls ergeben hat, wird es still. Der Weg in die Personalakte ist kürzer als der Weg zur Ursache.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Regeln ohne Konsequenz sind Empfehlungen. ISO 27002 konkretisiert das: ein formales, kommuniziertes Verfahren – abgestuft nach Art, Schwere, Vorsatz, Wiederholung und Schulungsstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Phishing-Blame-Game</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-21-phishing-blame-game/</link><pubDate>Fri, 21 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-21-phishing-blame-game/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehe simulierte Phishing-Mails, die auf das zielen, was Menschen bewegt: Gehaltsanpassung, Paketbenachrichtigung, Bitte der Geschäftsführung. Wer klickt, landet auf einer Seite mit rotem Balken, wird namentlich erfasst und zur Nachschulung eingeladen. Die Klickquote wandert als Fortschrittsbeleg ins Management-Reporting.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Beschäftigte sollen Angriffe erkennen. ISO 27001:2022 fordert in A.6.3 Sicherheitsbewusstsein, und eine Simulation macht messbar, was eine Folienschulung nur behauptet.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die letzten Romantiker</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-17-die-letzten-romantiker/</link><pubDate>Mon, 17 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-17-die-letzten-romantiker/</guid><description>&lt;h2 id="-wer-macht-security-besser"&gt;❓ Wer macht Security besser?&lt;a class="heading-anchor" href="#-wer-macht-security-besser" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht die Norm. Nicht das Audit. Menschen machen Security besser – eine bestimmte Sorte: die Security-Romantiker. Sie wollen Systeme wirklich sicher sehen, nicht nur zertifiziert. Sie denken den Fall zu Ende, den keiner hören will. Sie fragen nach, wo ein Häkchen genügt hätte. Diese Spezies wird selten. An ihre Stelle treten die Überlasteten und Getriebenen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-warum-stirbt-der-romantiker-aus"&gt;🔍 Warum stirbt der Romantiker aus?&lt;a class="heading-anchor" href="#-warum-stirbt-der-romantiker-aus" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht weil jemand das wollte. Die Bedingungen erledigen es. 71 Prozent der Beschäftigten im SOC sind ausgebrannt, 60 Prozent sehen ihre Last im vergangenen Jahr steigen. Wer im Alarm-Dauerfeuer arbeitet, verliert zuerst die Neugier. Übrig bleibt Erschöpfung. Und Compliance liefert den bequemen Ausweg: Erfülle die Liste, dann bist du fein raus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die eigene Phishing-Simulation</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-12-eigene-phishing-simulation/</link><pubDate>Wed, 12 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-12-eigene-phishing-simulation/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehe dieses Muster in unterschiedlichen Organisationen. Die IT verschickt außerhalb der Geschäftszeiten eine Mail an alle Beschäftigten: dringend, kritisch, mit einer klaren Handlungsaufforderung. Eine zweite Stimme, die den Vorgang bestätigt, gibt es nicht. Wer die Nachricht öffnet, kann nicht prüfen, ob sie echt ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Tempo. Eine kritische Lage duldet keinen Dienstweg, und alle sollen gleichzeitig erfahren, was zu tun ist. ISO 27001 verlangt in A.5.24 genau diese Reaktionsfähigkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Gute-Nachrichten-Filter</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-10-gute-nachrichten-filter/</link><pubDate>Fri, 10 Jul 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-10-gute-nachrichten-filter/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sehe es immer wieder: Je höher eine Information in der Unternehmenshierarchie steigt, desto besser klingt sie. Was an der Basis ein offenes Sicherheitsproblem ist, wird auf jeder Ebene eine Spur geglättet. Oben kommt eine Lage an, die niemand mehr wiedererkennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Führung will klare, entscheidungsreife Berichte – keine Panik, keine Rohdaten. Verdichtung ist legitim: Nicht jedes Detail gehört in den Vorstand.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Befund, vier Wahrheiten</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-29-befund-vier-wahrheiten/</link><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-29-befund-vier-wahrheiten/</guid><description>&lt;h2 id="-die-gängige-überzeugung"&gt;📌 Die gängige Überzeugung&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-g%c3%a4ngige-%c3%bcberzeugung" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ein Sicherheitskonflikt eskaliert, greifen wir zu mehr Fakten. Einigt euch auf die Daten, dann löst sich der Streit – so der stille Glaube. Wir behandeln den Konflikt wie ein Ingenieursproblem: einen genaueren Bericht schreiben, die Risikozahl schärfen. Die Annahme dahinter: Es gibt eine richtige Sicht, und wer sie nicht teilt, hat die Fakten noch nicht verstanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-das-gegenbeispiel"&gt;⚡ Das Gegenbeispiel&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-gegenbeispiel" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Auditbefund liegt auf dem Tisch. Die Auditorin sieht eine Abweichung. Der Entwickler sieht eine Maßnahme, die zwei Sprints kostet – für ein theoretisches Risiko. Die CISO sieht die Haftung, die Bereichsleitung den Liefertermin. Alle haben denselben Bericht vor sich. Niemand lügt. Und je mehr Belege ich nachlege, desto schärfer wird der Streit, weil jede Seite sie in ein anderes Bild einsortiert. Mehr Fakten, mehr Konflikt – das ist kein Zeichen von Unvernunft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tektonik der Interessen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-22-tektonik-der-interessen/</link><pubDate>Mon, 22 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-22-tektonik-der-interessen/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Erdbeben entstehen selten in der Mitte der Kontinente. Sie entstehen an den Rändern: dort, wo Platten aneinander reiben und sich Spannung über Jahre aufbaut, bis sie sich ruckartig entlädt. Die Geologie kennt diese Zonen – und kartiert sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-erste-parallele"&gt;🔬 Die erste Parallele&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-erste-parallele" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Organisationen haben ihre eigene Tektonik. Der Finanzbereich drückt auf Kosten, der Betrieb auf Verfügbarkeit, die Entwicklung auf Geschwindigkeit, der Betriebsrat wacht über Beschäftigtendaten, der Vertrieb über seine Deadlines. Jede Platte bewegt sich in ihre eigene Richtung – langsam, kraftvoll, meist unsichtbar. Und Security-Vorhaben leben ausgerechnet auf den Grenzen: MFA berührt Arbeitsabläufe, Monitoring die Mitbestimmung, Patch-Fenster die Verfügbarkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Schulung aus der Konserve</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-27-schulung-aus-der-konserve/</link><pubDate>Wed, 27 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-27-schulung-aus-der-konserve/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Beschäftigte arbeiten sich durch eingekaufte Module. Begriffe heißen anders als bei uns: „Information Owner&amp;quot; statt „Datenverantwortliche&amp;quot;. Meldewege gibt es nicht: „Vorfall an die Hotline&amp;quot;. Empfehlungen widersprechen den eigenen Vorgaben: zwölf Zeichen, wo intern vierzehn gefordert sind oder Nutzung eines Buttons zur Meldung von Phishing wo keiner ausgerollt ist. Am Ende ein Bestätigungsklick.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;ISO 27001 Annex A.6.3 verlangt Sicherheitsbewusstsein passend zur Funktion. Eingekaufte Standardinhalte sparen Produktionsaufwand und decken den Pflichtkatalog ab.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gift ist leise</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-25-stoerungen-haben-vorrang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-25-stoerungen-haben-vorrang/</guid><description>&lt;h2 id="-wann-ist-streit-gesund"&gt;❓ Wann ist Streit gesund?&lt;a class="heading-anchor" href="#-wann-ist-streit-gesund" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;In ISMS-Sitzungen frage ich mich selten, ob gestritten wird. Mich beschäftigt eine andere Frage: Dient dieser Streit dem Thema – oder vergiftet er es? Wir sind darauf trainiert zu prüfen, ob jemand sachlich bleibt. Ich halte das für die falsche Frage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-es-ist-nicht-die-lautstärke"&gt;🔍 Es ist nicht die Lautstärke&lt;a class="heading-anchor" href="#-es-ist-nicht-die-lautst%c3%a4rke" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die naheliegende Antwort: Gesunder Streit ist ruhig, vergifteter ist laut. Sie stimmt nicht. Der zerstörerischste Konflikt ist oft der leiseste – der unterkühlte Ton, das pointierte Schweigen, das „machen wir wie immer&amp;quot;, die still entzogene Mitarbeit. Eine Sitzung ohne offenen Widerspruch ist deshalb kein gutes Zeichen. Sie kann das Symptom sein, nicht die Heilung. Wenn nicht die Lautstärke entscheidet – was dann?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erlaubnis zum Zweifel</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-11-pre-mortem/</link><pubDate>Mon, 11 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-11-pre-mortem/</guid><description>&lt;h2 id="-der-vertraute-einwand"&gt;🤝 Der vertraute Einwand&lt;a class="heading-anchor" href="#-der-vertraute-einwand" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wir machen doch Risk Assessments.&amp;rdquo; Diesen Reflex erlebe ich bei jeder Frage nach den verborgenen Risiken eines Projekts. Verständlich. Wer ein ISMS nach ISO 27001 betreibt, hat eine Risikoeinschätzung vorzuweisen. Wer Projekte führt, hat ein Risikoregister. Methodik liegt vor, Werkzeuge auch. Alles geprüft, alles dokumentiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-daran-stimmt"&gt;⚖️ Was daran stimmt&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-daran-stimmt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Methodik ist tatsächlich nicht das Problem. Risikoidentifikation, Bewertung, Behandlung – das beherrschen die Werkzeuge gut. Wer eine FAIR-Analyse macht, kommt zu belastbaren Zahlen. Wer Bow-Ties zeichnet, sieht Ursachen und Folgen. Wer Threat-Modelling betreibt, kennt seine Angreifertypen. Auf der Methodenseite liegt alles bereit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Compliance als Waffe</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-08-compliance-als-waffe/</link><pubDate>Fri, 08 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-08-compliance-als-waffe/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Manche Admins behandeln Security als Fremdkörper, obwohl sie für ihre Systeme operativ verantwortlich sind. Eine Spielart: Passivität – keine Patches, keine Härtung, keine Initiative. Die andere: das ISMS soll detaillierte Umsetzungsvorgaben liefern, die Admins folgen wörtlich, das System knirscht, der Beweis steht – diese Security-Leute verstehen nichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;ISO 27001 Annex A.5.4 fordert: Beschäftigte sollen Informationssicherheit aktiv anwenden, nicht abnicken. Operative Sicherheit liegt bei denen, die das System betreiben; das ISMS gibt Rahmen, keine Bedienungsanleitung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Richtlinien für alle – Richtlinien für keinen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-06-richtlinien-fuer-alle/</link><pubDate>Wed, 06 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-06-richtlinien-fuer-alle/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Jährlich landen bei allen Beschäftigten dieselben Richtlinien im Posteingang. Die Entwicklerin liest die Sicherheitsrichtlinie für physische Aktenräume. Der Buchhalter liest die Patch-Management-Policy. Manche Systeme erzwingen Mindestlesezeiten, damit niemand überspringt. Das Ergebnis: ein grünes Häkchen, kein Wissenszuwachs.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;ISO 27001 Annex A.6.3 fordert Sicherheitsbewusstsein für Beschäftigte mit relevantem Informationszugang. Der Nachweis ist einfach: Bestätigungsquote 100 %, Auditor zufrieden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der kognitive Exploit</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-01-kognitiver-exploit/</link><pubDate>Fri, 01 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-01-kognitiver-exploit/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Russland greift Abgeordnete im Deutschen Bundestag via Signal an – nicht die App, sondern die Nutzenden. Gefälschte Support-Nachrichten fordern PIN oder QR-Code-Scan. MFA-Prompt-Bombing funktioniert genauso: dreißig Anfragen, eine falsch bestätigt. Kein technischer Exploit. Ein Verständnisexploit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Vertrauliche Kommunikation soll vertraulich bleiben, Zugänge vor Übernahme geschützt sein. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, MFA und sichere Messenger erfüllen genau diesen Zweck – technisch einwandfrei.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Angstmaschine</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-08-angstmaschine/</link><pubDate>Wed, 08 Apr 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-08-angstmaschine/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Sicherheitspräsentationen beginnen mit den schlimmsten Vorfällen des Quartals. Budgetanfragen enden mit „wenn das passiert, ist alles verloren.&amp;quot; Bedrohungslisten ohne Wahrscheinlichkeit, ohne Kontext. Angst ist das implizite Kommunikationsmodell geworden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Entscheidende sollen Security ernst nehmen und Investitionen freigeben. Das Ziel ist berechtigt – Sicherheit braucht Ressourcen und Aufmerksamkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-warum-funktioniert-das-nicht"&gt;⚠️ Warum funktioniert das nicht?&lt;a class="heading-anchor" href="#-warum-funktioniert-das-nicht" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Kelly Shortridge analysierte das spieltheoretische Dilemma: Wer Angst verkauft, bekommt Budget – kurzfristig. Langfristig lernt das Management, dass „kritisch&amp;quot; die Standardeinstellung ist. Andrew Jaquith nannte das schon 2007 FUD: Fear, Uncertainty and Doubt ist das Fundament der Security-Industrie – und produziert ein Management, das gelernt hat, Sicherheitskommunikation zu misstrauen. Angstgetriebene Kommunikation erzeugt keine Entscheidungshaltung. Sie erzeugt Taubheit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Nestbeschmutzer</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-01-nestbeschmutzer/</link><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-01-nestbeschmutzer/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Anbieter-Portfolios wachsen. Threat-Reports erscheinen quartalsweise. Breaches werden zu Verkaufsargumenten. Und ein Consulting-Projekt, das nach drei Monaten endet, gilt intern als Misserfolg – obwohl es das Beste sein könnte, was einer Organisation passiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Organisationen sollen sicherer werden – und unabhängig bleiben. Das ist das erklärte Ziel jedes Anbieters, jeder Beratung, jedes Standards-Komitees.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-warum-funktioniert-das-nicht"&gt;⚠️ Warum funktioniert das nicht?&lt;a class="heading-anchor" href="#-warum-funktioniert-das-nicht" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ross Anderson zeigte 2001: Informationssicherheit scheitert so oft an Fehlanreizen wie an Technik. Für Anbieter ist das Nash-Gleichgewicht bekannt – Kelly Shortridge hat es formalisiert: Wer eine Bedrohungskategorie eliminiert, eliminiert sein Produktsegment. Für Beratende gilt etwas Subtileres. Wer ein ISMS schlank konzipiert, Wissen überträgt und nach drei Monaten statt achtzehn verschwindet, hat die beste Arbeit geleistet – und den kleinsten Umsatz erzielt. Die Logik ist wie beim Doping: individuell rational, systemisch destruktiv. Niemand plant das.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das stille Veto</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-30-das-stille-veto/</link><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-30-das-stille-veto/</guid><description>&lt;h2 id="-das-versprechen"&gt;🌟 Das Versprechen&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-versprechen" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Psychologische Sicherheit gilt als Fundament jeder ernsthaften Sicherheitskultur. Vorfälle müssen gemeldet, Schwachstellen ehrlich dokumentiert, Risiken realistisch eingeschätzt werden. Ohne ehrliche Signale ist die Sicherheitslage blind – das ist keine weiche Anforderung, sondern eine operative Notwendigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jede Organisation, die das ernst nimmt, proklamiert genau das. Viele sogar laut und regelmäßig. Security-Kultur als Wert, als Bekenntnis, als Folie in der Jahrespräsentation.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-wirklichkeit"&gt;🔍 Die Wirklichkeit&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-wirklichkeit" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dann kommt die Praxis. Die Sicherheitsexpertin, die kritische Befunde dokumentiert, bekommt beim nächsten Auftrag einen engeren Scope. Die Risikomanagerin, die „hoch&amp;quot; einschätzt, wird gebeten, die Bewertung vor dem Board-Meeting zu überdenken. Der Entwickler, der in der Sprint-Review einen Einwand äußert, erntet ein Augenrollen. Der CISO, der unbequeme Zahlen präsentiert, lernt mit der Zeit, welche Themen willkommen sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Security-Team: Toll, ein anderer macht's</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-25-security-team-toll-ein-anderer-machts/</link><pubDate>Wed, 25 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-25-security-team-toll-ein-anderer-machts/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die IT fragt das Informationssicherheitsteam: „Wie genau sollen wir das umsetzen?&amp;quot; Entwicklungsteams öffnen Tickets und warten auf Freigabe. Führungskräfte eskalieren Entscheidungen, die sie selbst treffen könnten. Das ist kein böser Wille – es ist eine eingespielte Haltung: Wer ein Security-Team hat, hat Security.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Security als Eigenschaft aller Prozesse und Entscheidungen – getragen von allen Beteiligten, nicht delegiert an ein Silo. Genau das fordern ISO 27001 und jede ernstzunehmende Security-Strategie.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Securitas – das verlorene Versprechen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-23-securitas-verlorenes-versprechen/</link><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-23-securitas-verlorenes-versprechen/</guid><description>&lt;h2 id="-die-gängige-überzeugung"&gt;📌 Die gängige Überzeugung&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-g%c3%a4ngige-%c3%bcberzeugung" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Security schützt die Organisation. Sicherheitsteams sind die Hüter, die Verhinderer des Schlimmsten. Ihr Wert bemisst sich daran, wie viele Risiken sie aufdecken, wie viele Projekte sie stoppen, wie groß die Bedrohung klingt, vor der sie warnen. Diese Logik ist so tief verankert, dass sie kaum noch hinterfragt wird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-das-gegenbeispiel"&gt;⚡ Das Gegenbeispiel&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-gegenbeispiel" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Seneca nannte das Ziel des Weisen „securitas&amp;quot; – sine cura, Freiheit von der Sorge. Nicht Abwesenheit von Gefahr, sondern die Fähigkeit, gelassen und handlungsfähig zu bleiben, obwohl Gefahr existiert. Kelly Shortridge hat beobachtet, dass moderne Cybersecurity dieses Versprechen systematisch umkehrt: Statt Vertrauen und Gelassenheit zu fördern, lebt ein Teil der Branche von Fear, Uncertainty and Doubt. FUD ist kein Versehen. Es ist ein Mechanismus, der Budgets rechtfertigt, Positionen sichert und Abhängigkeiten schafft. Wer das Bedrohungsbild kontrolliert, kontrolliert die Ressourcen.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>