<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Lieferkette &amp; Abhängigkeiten on .kais blog</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/themen/lieferkette/</link><description>Recent content in Lieferkette &amp; Abhängigkeiten on .kais blog</description><generator>Hugo</generator><language>de-de</language><lastBuildDate>Wed, 09 Sep 2026 07:35:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://blog.0x2e6b6169.de/themen/lieferkette/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Quellcode-Gläubigkeit</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-09-09-quellcode-glaeubigkeit/</link><pubDate>Wed, 09 Sep 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-09-09-quellcode-glaeubigkeit/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Code-Review, SAST, Dependency-Scan: Die gesamte Prüfarbeit richtet sich auf den Quelltext. Nach Compiler, Build-Image und Pipeline-Plugins frage ich meist vergeblich. Sie gelten als Werkzeug, nicht als Angriffsfläche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ausgeliefert werden soll nur, was geprüft wurde. Der Quelltext ist dafür der naheliegende Ort: lesbar, versioniert, nachvollziehbar.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-warum-funktioniert-das-nicht"&gt;⚠️ Warum funktioniert das nicht?&lt;a class="heading-anchor" href="#-warum-funktioniert-das-nicht" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ken Thompson hat 1983 in seinem Turing-Award-Vortrag „Reflections on Trusting Trust“ vorgeführt, warum das nicht reicht. Er präparierte einen C-Compiler: Beim Übersetzen des Login-Programms baute dieser eine Hintertür ein. Und beim Übersetzen seiner selbst gab er genau diese Fähigkeit an die nächste Compiler-Fassung weiter. Danach ließ sich der Compiler-Quelltext säubern: Die Hintertür lebte im Binary weiter – sichtbar war sie in keiner einzigen Zeile. Ausgeliefert wird nicht, was man liest, sondern was das Werkzeug daraus macht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die SLA-Lücke</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-05-sla-luecke/</link><pubDate>Wed, 05 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-05-sla-luecke/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich lese, was IT und Fachbereich miteinander vereinbaren. Verfügbarkeit, Reaktionszeiten und Eskalationsstufen stehen dort auf die Minute genau. Sicherheit taucht hin und wieder auf – als Absichtserklärung. Wer verschlüsselt, wer härtet, wer Schwachstellen beobachtet und wer einen Vorfall bearbeitet, steht nirgends.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Eine belastbare Leistungsbeziehung: Der Fachbereich weiß, was er bekommt, die IT weiß, was sie schuldet. ISO 27001 verlangt das in Clause 5.3 und konkretisiert es in Annex A 5.2: definierte und zugewiesene Rollen und Verantwortlichkeiten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefangen in der Cloud</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-20-gefangen-in-der-cloud/</link><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-20-gefangen-in-der-cloud/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich vergleiche den Bezug einer Cloud gern mit dem Einzug in eine möblierte Wohnung. Alles ist da, sofort nutzbar, keine eigene Anschaffung nötig. Man unterschreibt und lebt am selben Tag. Der Komfort ist echt – und er ist der Anfang der Bindung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-erste-parallele"&gt;🔬 Die erste Parallele&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-erste-parallele" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Möbel gehören dem Vermieter. Man richtet sich ein, verlegt Leitungen, baut Regale nach Maß – alles passt exakt in diese eine Wohnung. Übertragen heißt das: proprietäre Dienste, spezifische APIs, verwaltete Datenbanken. Je tiefer man sich einrichtet, desto mehr Arbeit steckt in einer Umgebung, die man nicht besitzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Drittanbieter-Blindheit</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-24-drittanbieter-blindheit/</link><pubDate>Wed, 24 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-24-drittanbieter-blindheit/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Lieferantenmanagement läuft: Fragebögen verschickt, Zertifikate geprüft, Risikoklassen vergeben. Dann frage ich, welche Geschäftsprozesse der Ausfall eines einzigen Anbieters trifft. Die Antwort beginnt mit Schweigen und endet in Excel-Archäologie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;ISO 27001 und NIS2 verlangen, Risiken aus Lieferantenbeziehungen zu steuern. Das eigentliche Ziel ist Resilienz: vorher wissen, was reißt, wenn ein Glied der Kette bricht.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Phantom in der Pipeline</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-04-slopsquatting/</link><pubDate>Mon, 04 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-04-slopsquatting/</guid><description>&lt;h2 id="-der-erste-riss"&gt;🟡 Der erste Riss&lt;a class="heading-anchor" href="#-der-erste-riss" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Es beginnt unscheinbar. Eine Entwicklerin fragt ein Sprachmodell nach einer Lösung für ein Authentifizierungsproblem. Das Modell antwortet mit sauberem, kommentiertem Code – und einem Import, der passend klingt. Das Paket dahinter existiert nicht. Der Name ist plausibel, die Syntax stimmt, die Funktion ist beschrieben. Wer prüft schon, ob ein Import wirklich registriert ist?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das nennt sich Slopsquatting: Sprachmodelle halluzinieren Paketnamen. Keine Schreibfehler, keine Tippfehler – sondern Namen, die aus realen Komponenten zusammengesetzt werden, die so aber nicht existieren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das SBOM-Feigenblatt</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-27-sbom-feigenblatt/</link><pubDate>Fri, 27 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-27-sbom-feigenblatt/</guid><description>&lt;h2 id="-was-beobachte-ich"&gt;🔍 Was beobachte ich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-beobachte-ich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Versäumnisse, oft gleichzeitig: Ein SBOM wird einmalig erzeugt – nicht für jeden Build. Welche Komponentenversionen im letzten Release stecken? Unbekannt. Und selbst wo SBOMs existieren, werden sie nicht beobachtet. Ein neuer CVE für eine enthaltene Komponente bleibt unsichtbar – bis jemand zufällig nachschaut.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-soll-eigentlich-erreicht-werden"&gt;🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-soll-eigentlich-erreicht-werden" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Zwei Dinge: wissen, was deployed ist – und wissen, ob das noch sicher ist. Der SBOM beantwortet die erste Frage: Er dokumentiert Komponentenversionen eines Builds. Die zweite beantwortet er nur, wenn er kontinuierlich gegen Schwachstellendatenbanken geprüft wird.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>CRA – die stille Revolution ab September 2026</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-09-cra-stille-revolution/</link><pubDate>Mon, 09 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-09-cra-stille-revolution/</guid><description>&lt;h2 id="-ein-déjà-vu-aus-den-achtzigern"&gt;🌍 Ein Déjà-vu aus den Achtzigern&lt;a class="heading-anchor" href="#-ein-d%c3%a9j%c3%a0-vu-aus-den-achtzigern" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die EG-Produkthaftungsrichtlinie von 1985 war leise und folgenreich. Hersteller physischer Güter hafteten seitdem für Schäden ihrer Produkte. Wer Produkte baute, musste Sicherheit einplanen – nicht nachliefern. Die Autoindustrie nennt das heute selbstverständlich. Die Softwarewelt hat vier Jahrzehnte gebraucht, um denselben Gedanken zu Ende zu denken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-dieselbe-logik-digital"&gt;🔬 Dieselbe Logik, digital&lt;a class="heading-anchor" href="#-dieselbe-logik-digital" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Am 11. September 2026 beginnt Phase 1 des Cyber Resilience Act. Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen müssen aktiv ausgenutzte Schwachstellen binnen 24 Stunden melden. Eine SBOM – eine maschinenlesbare Stückliste aller verbauten Softwarekomponenten – wird Pflicht. Hersteller stellen Sicherheitsupdates fünf Jahre lang kostenlos bereit. Die Sprache ist vertraut: Stückliste, Rückrufpflicht, Gewährleistungszeitraum. Nur das Produkt ist digital.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lieferkette als blinder Fleck</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-02-lieferkette-blinder-fleck/</link><pubDate>Mon, 02 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-02-lieferkette-blinder-fleck/</guid><description>&lt;h2 id="-das-starke-argument"&gt;🤝 Das starke Argument&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-starke-argument" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieferantensicherheit ist Sache des Lieferanten. Er hat die Expertise, die Systeme, die Prozesse. Er unterzeichnet den Vertrag, er haftet. Was geht mich an, was hinter seiner Firewall passiert?&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-daran-stimmt"&gt;⚖️ Was daran stimmt&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-daran-stimmt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die vertragliche Haftung ist real. Und wer mit einem seriösen Dienstleister arbeitet, bekommt tatsächlich Expertise, die intern nicht vorhanden wäre. Das Argument ist nicht falsch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-wo-es-brüchig-wird"&gt;🔍 Wo es brüchig wird&lt;a class="heading-anchor" href="#-wo-es-br%c3%bcchig-wird" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;SolarWinds 2020: Angreifende kompromittierten den Build-Server des Herstellers. 18.000 Organisationen installierten daraufhin freiwillig ein manipuliertes Update – signiert, legitim, vertrauenswürdig. XZ Utils 2024: Monatelang arbeiteten sich Angreifende in das Vertrauen einer Open-Source-Community vor, um eine Hintertür in eine systemkritische Bibliothek einzuschleusen. In beiden Fällen war das Ziel nicht der Lieferant. Es war die Organisation dahinter.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>