Projekte
Neben dem Schreiben entstehen kleine Werkzeuge, die ein konkretes Problem aus meinem Arbeitsalltag lösen. Beide Projekte sind privat entwickelt und quelloffen und mit Unterstützung von Anthropic-Modellen (Claude) entstanden.
kaicrit – CriticMarkup für VS Code
Problemstellung und Idee
CriticMarkup ist ein schlanker Klartext-Standard, um Änderungen und Kommentare in beliebigen Textdateien festzuhalten – per einfacher Klammer-Syntax, ohne proprietäres Format. Was im Editor bislang fehlte, war ein vollständiger Workflow dafür: Änderungen erfassen, zwischen ihnen navigieren und sie annehmen oder verwerfen, ohne den Editor zu verlassen. Genau diese Lücke schließt kaicrit für Visual Studio Code – „Änderungen nachverfolgen" wie in der Textverarbeitung, nur dateibasiert und versionierbar.
Implementierung
kaicrit ist eine in TypeScript geschriebene VS-Code-Erweiterung. Sie parst CriticMarkup, hebt Änderungen farblich hervor und spiegelt sie auf dem Overview-Ruler. Kernfunktionen:
- Edit – Änderungsmarker einfügen, zwischen ihnen navigieren und Änderungen per Inline-Aktion Accept · Reject (Hover oder als CodeLens-Zeile) annehmen oder verwerfen. Eine eigene Changes-Sidebar listet alle Änderungen, die Statusleiste fasst sie nach Typ zusammen.
- Track Changes – Bearbeitungen werden live als CriticMarkup aufgezeichnet.
- Compare – zwei Dateien werden in ein einzelnes CriticMarkup-Dokument zusammengeführt.
- Preview – Rendering von CriticMarkup in der eingebauten Markdown-Vorschau.
Die Editor-Funktionen laufen für die konfigurierten Dateitypen und lassen sich
pro Datei über die Statusleiste umschalten. Installation über die
kaicrit-*.vsix von der Releases-Seite.
Links
- Projektseite: https://github.com/kaijen/kaicrit
- Dokumentation: https://kaijen.github.io/kaicrit
Kailibrate – Kalibrierungstraining für Wahrscheinlichkeitsschätzungen
Problemstellung und Idee
„Das klappt wahrscheinlich" – aber wie wahrscheinlich ist wahrscheinlich? Menschen sind bei vertrauten Themen oft zu selbstsicher und bei unbekannten zu unsicher. Beides führt zu schlechten Entscheidungen. Kalibrierung bedeutet: Wer 70 % sagt, sollte damit in 70 % der Fälle recht behalten – nicht öfter, nicht seltener. Kailibrate macht diesen Lernprozess greifbar: Man formuliert Vorhersagen, schätzt ihre Wahrscheinlichkeit, trägt die Ergebnisse ein – und die App zeigt mit Kennzahlen und Kurven, wie gut die Schätzungen wirklich sind.
Implementierung
Kailibrate ist eine plattformübergreifende App, entwickelt mit Flutter/Dart. Der Arbeitsablauf in vier Schritten:
- Vorhersagen erfassen – manuell oder per Datei-Import. Jede Vorhersage bekommt eine Kategorie (Fakten oder Prognose), einen Typ (Wahr/Falsch, Ja/Nein, Intervall) sowie optional Tags und eine Deadline.
- Schätzen – je nach Typ mit Slider, Richtungswahl samt Konfidenz oder Ober-/Untergrenze; sofort beim Erfassen oder später.
- Auflösen – steht das Ergebnis fest, wird es eingetragen; die App berechnet sofort den Beitrag dieser Schätzung zum Gesamtscore.
- Statistiken auswerten – Brier Score, Log Loss und eine Kalibrierungskurve zeigen, ob man systematisch zu selbstsicher oder zu vorsichtig ist.
Ergänzend lassen sich Fragenkataloge als JSON oder YAML importieren – mit optional versteckten Antworten, die erst nach der eigenen Schätzung sichtbar werden – und ein KI-Generator erzeugt aus Thema und Anzahl per Sprachmodell (über OpenRouter) einen fertigen Fragenkatalog.
Links
- Projektseite: https://github.com/kaijen/kailibrate
- Dokumentation: https://kaijen.github.io/kailibrate