🔍 Was beobachte ich?

Ich sehe simulierte Phishing-Mails, die auf das zielen, was Menschen bewegt: Gehaltsanpassung, Paketbenachrichtigung, Bitte der GeschĂ€ftsfĂŒhrung. Wer klickt, landet auf einer Seite mit rotem Balken, wird namentlich erfasst und zur Nachschulung eingeladen. Die Klickquote wandert als Fortschrittsbeleg ins Management-Reporting.

🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?

BeschÀftigte sollen Angriffe erkennen. ISO 27001:2022 fordert in A.6.3 Sicherheitsbewusstsein, und eine Simulation macht messbar, was eine Folienschulung nur behauptet.

⚠ Warum funktioniert das nicht?

Die ETH ZĂŒrich begleitete 14.733 BeschĂ€ftigte ĂŒber 15 Monate. Die Schulung direkt nach dem Klick machte niemanden widerstandsfĂ€higer, einzelne Varianten sogar anfĂ€lliger. Eine Untersuchung an ĂŒber 19.500 BeschĂ€ftigten fand 2025 keinen Zusammenhang zwischen absolvierter Pflichtschulung und Klickverhalten. Was zuverlĂ€ssig wĂ€chst, ist Misstrauen: Wer sich vorgefĂŒhrt fĂŒhlt, meldet den nĂ€chsten Verdacht nicht mehr. Und die Klickquote misst ohnehin die falsche GrĂ¶ĂŸe. Wenn eine einzige Mail genĂŒgt, um eine Organisation zu ĂŒbernehmen, ist nicht der Mensch die Schwachstelle.

💡 Was funktioniert besser?

Die Meldequote zur Leitkennzahl machen, die Klickquote höchstens als Nebenbeobachtung fĂŒhren. Dieselbe ETH-Studie zeigt: Wo ein Melde-Button leicht erreichbar ist, melden BeschĂ€ftigte ĂŒber Monate hinweg zuverlĂ€ssig weiter und bilden gemeinsam ein wirksames FrĂŒhwarnsystem. Parallel die Technik hĂ€rten – phishing-resistente MFA nach FIDO2, sparsam vergebene Rechte, Erkennung nach dem Klick.

Wer klickt, hat einen Fehler gemacht. Wer den Klick tödlich macht, hat den grĂ¶ĂŸeren gemacht.

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