🔍 Was beobachte ich?

Eine Richtlinie verlangt, den Bildschirm zu sperren – das System tut es lĂ€ngst nach fĂŒnf Minuten. Eine Regel schreibt vor, die TĂŒr zum Serverraum zu schließen – die alle ohnehin zuziehen. Eine zwölfseitige Nutzungsvereinbarung unterschreiben alle, niemand liest sie. Ich erlebe, wie fĂŒr fast jeden Fall eine Regel entsteht – meist zur Beschwichtigung der PrĂŒfenden, selten zur Steuerung.

🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?

Das Ziel ist legitim: VerlĂ€sslichkeit, Nachvollziehbarkeit, Schutz vor WillkĂŒr. Ein klarer Soll-Zustand schafft Orientierung; auf MissstĂ€nde muss man reagieren dĂŒrfen.

⚠ Warum funktioniert das nicht?

Vor jeder Regel steht eine selten gestellte Frage: Gibt es ĂŒberhaupt einen Regelungsbedarf? Wer aus Verunsicherung reguliert, bekĂ€mpft Symptome statt Risiken. ISO 27001 verlangt das nicht – die Norm ist risikobasiert und fordert seit 2022 weniger Dokumente. Eine Regel ohne Bedarf erzeugt ungelesenes Papier und schwĂ€cht die Kultur, die sie schĂŒtzen sollte.

💡 Was funktioniert besser?

Vor jede Regel stelle ich eine Frage: Belegt die gelebte Praxis, dass es ohne sie funktioniert – oder verlasse ich mich nur auf GlĂŒck? Das ist kein Ruf nach Beliebigkeit: Wo Kultur den Beleg nicht trĂ€gt, ist die Regel ĂŒberfĂ€llig; wo sie ihn trĂ€gt, steuert weniger Vorschrift stĂ€rker.

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