🔍 Was beobachte ich?

Das Lieferantenmanagement läuft: FragebÜgen verschickt, Zertifikate geprßft, Risikoklassen vergeben. Dann frage ich, welche Geschäftsprozesse der Ausfall eines einzigen Anbieters trifft. Die Antwort beginnt mit Schweigen und endet in Excel-Archäologie.

🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?

ISO 27001 und NIS2 verlangen, Risiken aus Lieferantenbeziehungen zu steuern. Das eigentliche Ziel ist Resilienz: vorher wissen, was reißt, wenn ein Glied der Kette bricht.

⚠️ Warum funktioniert das nicht?

Die Bewertung schaut in die falsche Richtung. Sie fragt, wie sicher der Anbieter ist – nicht, wie abhängig wir von ihm sind. CrowdStrike 2024: 8,5 Millionen Geräte fielen aus. Viele Organisationen erfuhren erst im Incident, welche Prozesse an einem einzigen Agenten hingen. Verizon zählt 2025 einen doppelt so hohen Anteil von Breaches mit Drittanbieter-Beteiligung wie im Vorjahr – 30 statt 15 Prozent. Der ausgefüllte Fragebogen beantwortet diese Frage nicht.

💡 Was funktioniert besser?

Abhängigkeiten kartieren statt nur Lieferanten benoten. Die Business-Impact-Analyse liefert das Gerüst: Welcher Prozess hängt an welchem Anbieter, wo bündeln sich Abhängigkeiten auf einen einzigen Dienst? Und ein geübtes Ausfallszenario je kritischem Anbieter zeigt, ob die Karte stimmt – bevor der Ernstfall es tut.

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