Security-Team: Toll, ein anderer macht's

🔍 Was beobachte ich?
Die IT fragt das Informationssicherheitsteam: „Wie genau sollen wir das umsetzen?" Entwicklungsteams öffnen Tickets und warten auf Freigabe. Führungskräfte eskalieren Entscheidungen, die sie selbst treffen könnten. Das ist kein böser Wille – es ist eine eingespielte Haltung: Wer ein Security-Team hat, hat Security.
🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?
Security als Eigenschaft aller Prozesse und Entscheidungen – getragen von allen Beteiligten, nicht delegiert an ein Silo. Genau das fordern ISO 27001 und jede ernstzunehmende Security-Strategie.
⚠️ Warum funktioniert das nicht?
Eine IT, die detaillierte Umsetzungsvorgaben vom Informationssicherheitsteam fordert, hat ihr Handwerk nicht verstanden. Sichere Systeme zu bauen ist keine Zusatzaufgabe – es ist der Job. Wer das auslagert, schiebt nicht nur Verantwortung ab, sondern gibt zu verstehen, dass Security außerhalb der eigenen Kompetenz liegt. Fünf Awareness-Trainings ändern das nicht. Haltung entsteht durch Verantwortung und Konsequenz, nicht durch Schulung.
💡 Was funktioniert besser?
Das Informationssicherheitsteam setzt Leitplanken, prüft und berät. Es entscheidet nicht stellvertretend und schreibt keine Betriebsanleitungen für Fachleute, die ihr Metier beherrschen sollten. Security-Kompetenz gehört zur IT-Fachverantwortung – nicht als Kür, sondern als Pflicht.
📚🔍
- ENISA: Cybersecurity Culture Guidelines https://www.enisa.europa.eu/publications/cybersecurity-culture-guidelines
- NIST SP 800-100: Information Security Handbook for Managers https://csrc.nist.gov/publications/detail/sp/800-100/final
- ISACA: Building a Strong Security Culture for Resilience and Digital Trust https://www.isaca.org/resources/news-and-trends/isaca-now-blog/2023/building-a-strong-security-culture-for-resilience-and-digital-trust