🔍 Was beobachte ich?

In vielen NotfallhandbĂŒchern stehen sie: RTO von vier Stunden, RPO von einer Stunde. PrĂ€zise dokumentiert, sorgfĂ€ltig abgestimmt, nie getestet. Diese Zielwerte entstammen der Business-Impact-Analyse – und dort sind sie geblieben. Ein Versprechen, das niemand einlösen muss, solange kein Ernstfall eintritt.

🎯 Was soll eigentlich erreicht werden?

RTO und RPO sind keine Kennzahlen fĂŒr das Notfallhandbuch – sie sind operative Zusagen. ISO 22301 versteht sie als messbare Zielwerte, die Strategie, Infrastruktur und regelmĂ€ĂŸige Tests voraussetzen.

⚠ Warum funktioniert das nicht?

Ein dokumentierter RTO ist kein valider RTO. Erst ein Test zeigt, ob Restore-Verfahren, Backup-IntegritĂ€t und AblĂ€ufe tatsĂ€chlich zusammenpassen. Doch selbst wenn Tests stattfinden, messen viele Organisationen nur Teilprozesse – nicht den vollstĂ€ndigen Recovery-Ablauf unter realistischen Bedingungen. Das Ergebnis: Der RTO steht im Dokument, die RealitĂ€t liegt Faktor drei daneben.

💡 Was funktioniert besser?

Recovery-Ziele mĂŒssen gegen tatsĂ€chliche Wiederherstellungszeiten gemessen werden – RTA (Recovery Time Actual) und RPA (Recovery Point Actual). Wer regelmĂ€ĂŸig vollstĂ€ndige DR-Tests durchfĂŒhrt und auswertet, kennt seine reale WiederherstellungsfĂ€higkeit. Belastbare Aussagen statt Papierversprechen.

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