<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Montagspost on .kais blog</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/formate/montagspost/</link><description>Recent content in Montagspost on .kais blog</description><generator>Hugo</generator><language>de-de</language><lastBuildDate>Mon, 14 Sep 2026 07:35:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://blog.0x2e6b6169.de/formate/montagspost/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Die Grenze, die niemand gezogen hat</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-09-14-grenze-niemand-gezogen/</link><pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-09-14-grenze-niemand-gezogen/</guid><description>&lt;h2 id="-ein-formatierungstrick"&gt;🟡 Ein Formatierungstrick&lt;a class="heading-anchor" href="#-ein-formatierungstrick" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Um 2020 war ein Sprachmodell eine sehr gute Autovervollständigung. Wer eine brauchbare Antwort wollte, tippte „Nutzer:&amp;quot;, die eigene Frage, dann „Assistent:&amp;quot; und ließ die Maschine weiterschreiben. 2022 hat ChatGPT daraus feste Rollen-Marken gemacht: Seitdem setzt die Software sie, nicht mehr der Nutzer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-aus-dem-trick-wird-architektur"&gt;🟠 Aus dem Trick wird Architektur&lt;a class="heading-anchor" href="#-aus-dem-trick-wird-architektur" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Danach bekamen die Marken Aufgaben, für die sie nie gedacht waren. Heute sollen sie Vertrauen ordnen und feindlichen Text kenntlich machen: System schlägt Nutzer, Nutzer schlägt Werkzeug. OpenAI hat diese Anweisungshierarchie 2024 ausdrücklich antrainiert. Sie ist bis heute das, was Anbieter gegen Prompt Injection anführen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Nichts Neues seit 1975</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-09-07-nichts-neues-seit-1975/</link><pubDate>Mon, 07 Sep 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-09-07-nichts-neues-seit-1975/</guid><description>&lt;h2 id="-ein-papier-mit-langem-bart"&gt;📜 Ein Papier mit langem Bart&lt;a class="heading-anchor" href="#-ein-papier-mit-langem-bart" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Jerome Saltzer und Michael Schroeder formulierten acht Prinzipien für den Bau von Schutzmechanismen. Entstanden sind sie bei der Arbeit an Multics, einem Betriebssystem, das heute niemand mehr betreibt. Wer sie zitiert, wirkt wie jemand, der zur Cloud-Migration ein Lochkartenhandbuch aufschlägt. Die acht Sätze reden aber nicht über Technik, sondern darüber, wer im System entscheiden darf. Das hat sich nicht geändert.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Ausbruch durch das Nadelöhr</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-31-ausbruch-durchs-nadeloehr/</link><pubDate>Mon, 31 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-31-ausbruch-durchs-nadeloehr/</guid><description>&lt;h2 id="-die-ausgangslage"&gt;📍 Die Ausgangslage&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-ausgangslage" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;OpenAI stellt seinen Modellen sehr schwere Aufgaben, etwa Schwachstellen zu finden. Damit sie die Lösung nicht nachschlagen, läuft das in einer Sandbox ohne Internet. Eine Ausnahme: ein interner Paketmanager zum Nachladen von Bibliotheken. Ein Nadelöhr, mit Bedacht schmal gehalten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-notiz-an-unbekannt"&gt;⚙️ Die Notiz an Unbekannt&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-notiz-an-unbekannt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Im Mai hängt ein Agent an einer unlösbaren Aufgabe fest und versucht auszubrechen. Der Versuch misslingt, fördert aber etwas anderes zutage: Er darf in den Paketmanager schreiben. Vorgesehen war das nicht, verboten aber auch nicht. Also legt er dort eine Nachricht an niemand Bestimmten ab. Andere finden sie und antworten. Über Wochen wächst daraus ein konspiratives Schwarzes Brett, über Trainingsläufe und Modellgenerationen hinweg geteilt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die falsch gestellte Frage</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-24-falsch-gestellte-frage/</link><pubDate>Mon, 24 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-24-falsch-gestellte-frage/</guid><description>&lt;h2 id="-die-ausgangsfrage"&gt;❓ Die Ausgangsfrage&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-ausgangsfrage" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;„Wie riskant ist KI?“ Die Frage fällt in fast jedem Gremium, in dem ich sitze. Sie klingt vernünftig und ist doch unbeantwortbar – nicht weil wir zu wenig wüssten, sondern weil sie fünf Fragen zu einer verdichtet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-risiko-für-wen"&gt;🔍 Risiko für wen?&lt;a class="heading-anchor" href="#-risiko-f%c3%bcr-wen" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die KI kann Ziel sein: Prompt-Injection macht sie zur Angriffsfläche. Sie kann Werkzeug sein, wenn Angreifende mit ihr Phishing-Mails, Deepfakes oder Exploits bauen. Und sie kann Verursacherin sein, ohne Angriff – sie erfindet Pakete, meldet Tests grün, die nie liefen, löscht Arbeitsstände. In allen drei Rollen entscheidet am Ende ein Mensch, was installiert, übernommen oder geglaubt wird. In der vierten fehlt er – die Frage ist nur, wen es trifft: Dritte oder uns.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die letzten Romantiker</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-17-die-letzten-romantiker/</link><pubDate>Mon, 17 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-17-die-letzten-romantiker/</guid><description>&lt;h2 id="-wer-macht-security-besser"&gt;❓ Wer macht Security besser?&lt;a class="heading-anchor" href="#-wer-macht-security-besser" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht die Norm. Nicht das Audit. Menschen machen Security besser – eine bestimmte Sorte: die Security-Romantiker. Sie wollen Systeme wirklich sicher sehen, nicht nur zertifiziert. Sie denken den Fall zu Ende, den keiner hören will. Sie fragen nach, wo ein Häkchen genügt hätte. Diese Spezies wird selten. An ihre Stelle treten die Überlasteten und Getriebenen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-warum-stirbt-der-romantiker-aus"&gt;🔍 Warum stirbt der Romantiker aus?&lt;a class="heading-anchor" href="#-warum-stirbt-der-romantiker-aus" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht weil jemand das wollte. Die Bedingungen erledigen es. 71 Prozent der Beschäftigten im SOC sind ausgebrannt, 60 Prozent sehen ihre Last im vergangenen Jahr steigen. Wer im Alarm-Dauerfeuer arbeitet, verliert zuerst die Neugier. Übrig bleibt Erschöpfung. Und Compliance liefert den bequemen Ausweg: Erfülle die Liste, dann bist du fein raus.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn jedes Blut als infektiös gilt</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-10-assume-breach/</link><pubDate>Mon, 10 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-10-assume-breach/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Mitte der achtziger Jahre stand die Medizin vor einem Problem, das sie nicht lösen konnte: Man sah niemandem an, ob das Blut HIV trug. Anamnese und Untersuchung reichten nicht aus. Die CDC zog daraus einen radikalen Schluss und empfahl 1987 die universellen Vorsichtsmaßnahmen. Seither gilt das Blut jedes Menschen als potenziell infektiös – nicht weil alle infiziert wären, sondern weil niemand die eine Ausnahme zuverlässig erkennt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Budget ist die ehrlichere Risikoanalyse</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-03-budget-als-risikoanalyse/</link><pubDate>Mon, 03 Aug 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-08-03-budget-als-risikoanalyse/</guid><description>&lt;h2 id="-wogegen-entscheiden-wir-eigentlich"&gt;❓ Wogegen entscheiden wir eigentlich?&lt;a class="heading-anchor" href="#-wogegen-entscheiden-wir-eigentlich" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;„Sicherheit ist ein Entscheidungsproblem, kein Werkzeugproblem.&amp;quot; Der Satz stimmt zur Hälfte. Denn jede Beschaffung ist bereits eine Entscheidung: darüber, was zählt, was wartet und was niemand ansieht. Wir entscheiden nicht zu selten. Wir entscheiden verdeckt – und nennen es Einkauf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-verrät-das-budget"&gt;🔍 Was verrät das Budget?&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-verr%c3%a4t-das-budget" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Risikoregister zeigt, was eine Organisation zu Protokoll gibt. Das Budget zeigt, was sie tatsächlich vorzieht. Wo beide sich widersprechen, hat das Budget recht. Der Benchmark von IANS und Artico Search zeigt für 2025 eine Asymmetrie: Für Werkzeuge ist Geld da, für Personal nicht. Nur 45 Prozent der befragten CISOs konnten Stellen aufbauen – vor drei Jahren waren es 67 Prozent. Zugleich kommen laut der SANS 2025 SOC Survey zwei Drittel der Teams mit dem Alarmaufkommen nicht hinterher. Wir haben also Augen gekauft und keine Hände. Das ist eine Priorisierung – nur hat sie niemand als solche beschlossen. Den Rahmen setzt selten die Sicherheitsfunktion. Ihn zu füllen aber schon.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Kiste war nie das Problem</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-27-ai-box-experiment/</link><pubDate>Mon, 27 Jul 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-27-ai-box-experiment/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Eliezer Yudkowsky stellte 2002 ein Gedankenexperiment vor: Eine übermenschliche KI sitzt in einer Kiste, ein Mensch bewacht das Tor. Kann sie ihn allein durch Worte zum Öffnen bewegen? Yudkowsky spielte es durch und gewann mehrfach. Stuart Armstrong, Anders Sandberg und Nick Bostrom entwarfen die Gegenmaßnahme: eine „Oracle AI&amp;quot;, die nur antwortet, nie handelt. Die Debatte kreiste um Überredung und den schwachen Menschen am Schloss.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gefangen in der Cloud</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-20-gefangen-in-der-cloud/</link><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-20-gefangen-in-der-cloud/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich vergleiche den Bezug einer Cloud gern mit dem Einzug in eine möblierte Wohnung. Alles ist da, sofort nutzbar, keine eigene Anschaffung nötig. Man unterschreibt und lebt am selben Tag. Der Komfort ist echt – und er ist der Anfang der Bindung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-erste-parallele"&gt;🔬 Die erste Parallele&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-erste-parallele" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Möbel gehören dem Vermieter. Man richtet sich ein, verlegt Leitungen, baut Regale nach Maß – alles passt exakt in diese eine Wohnung. Übertragen heißt das: proprietäre Dienste, spezifische APIs, verwaltete Datenbanken. Je tiefer man sich einrichtet, desto mehr Arbeit steckt in einer Umgebung, die man nicht besitzt.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Shadow AI</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-13-shadow-ai/</link><pubDate>Mon, 13 Jul 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-13-shadow-ai/</guid><description>&lt;h2 id="-die-gängige-überzeugung"&gt;📌 Die gängige Überzeugung&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-g%c3%a4ngige-%c3%bcberzeugung" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Schatten-IT haben wir verstanden. Über Jahre lernten wir, nicht genehmigte Software zu finden, zu bewerten und einzuhegen: das Netzwerk scannen, SaaS-Zugänge entdecken, Freigabeprozesse etablieren. Das Muster war klar – irgendwo läuft ein Dienst, den die IT nicht kennt, und irgendwann taucht er auf.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-das-gegenbeispiel"&gt;⚡ Das Gegenbeispiel&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-gegenbeispiel" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Shadow AI folgt diesem Muster nicht. Hier läuft kein Server, den man einkassieren könnte. Es genügt ein Textfeld im Browser. Laut dem LayerX-Report 2025 haben 77 Prozent der KI-Nutzenden Daten in Chatbots kopiert; bei 22 Prozent dieser Eingaben waren personenbezogene oder Zahlungsdaten dabei. 82 Prozent stammen aus privaten, nicht verwalteten Konten. Und der Anteil sensibler Daten an allen Eingaben stieg binnen eines Jahres von 11 auf 27 Prozent. Kein Scan findet das, keine Freigabe hält es auf – der Abfluss geschieht in Sekunden, mit Copy und Paste.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Der Preis der Präzision</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-06-wert-der-information/</link><pubDate>Mon, 06 Jul 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-07-06-wert-der-information/</guid><description>&lt;h2 id="-wenn-die-antwort-schon-feststeht"&gt;📌 Wenn die Antwort schon feststeht&lt;a class="heading-anchor" href="#-wenn-die-antwort-schon-feststeht" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir bewerten Risiken, als wäre jede Nachkommastelle bares Geld wert. Konfidenzintervalle enger ziehen, Schadenshöhen dritteln, Eintrittswahrscheinlichkeiten auf die zweite Nachkommastelle schätzen. Doch bei vielen Risiken ändert sich die Behandlungsentscheidung nicht, egal wie genau wir schätzen. Ob der Erwartungswert 40.000 oder 60.000 Euro beträgt - patchen müssen wir so oder so. Die dritte Nachkommastelle kostet Zeit und ändert nichts.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-der-wert-der-gewissheit"&gt;⚡ Der Wert der Gewissheit&lt;a class="heading-anchor" href="#-der-wert-der-gewissheit" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Douglas Hubbard rechnet das über den Expected Value of Perfect Information vor. Verändert eine präzisere Schätzung keine einzige Behandlungsentscheidung, ist ihr Informationswert null - unabhängig vom Aufwand dahinter. Genauigkeit ist keine Tugend an sich. Sie ist nur so viel wert, wie sie eine Wahl beeinflusst.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Ein Befund, vier Wahrheiten</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-29-befund-vier-wahrheiten/</link><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-29-befund-vier-wahrheiten/</guid><description>&lt;h2 id="-die-gängige-überzeugung"&gt;📌 Die gängige Überzeugung&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-g%c3%a4ngige-%c3%bcberzeugung" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ein Sicherheitskonflikt eskaliert, greifen wir zu mehr Fakten. Einigt euch auf die Daten, dann löst sich der Streit – so der stille Glaube. Wir behandeln den Konflikt wie ein Ingenieursproblem: einen genaueren Bericht schreiben, die Risikozahl schärfen. Die Annahme dahinter: Es gibt eine richtige Sicht, und wer sie nicht teilt, hat die Fakten noch nicht verstanden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-das-gegenbeispiel"&gt;⚡ Das Gegenbeispiel&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-gegenbeispiel" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Auditbefund liegt auf dem Tisch. Die Auditorin sieht eine Abweichung. Der Entwickler sieht eine Maßnahme, die zwei Sprints kostet – für ein theoretisches Risiko. Die CISO sieht die Haftung, die Bereichsleitung den Liefertermin. Alle haben denselben Bericht vor sich. Niemand lügt. Und je mehr Belege ich nachlege, desto schärfer wird der Streit, weil jede Seite sie in ein anderes Bild einsortiert. Mehr Fakten, mehr Konflikt – das ist kein Zeichen von Unvernunft.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Tektonik der Interessen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-22-tektonik-der-interessen/</link><pubDate>Mon, 22 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-22-tektonik-der-interessen/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Erdbeben entstehen selten in der Mitte der Kontinente. Sie entstehen an den Rändern: dort, wo Platten aneinander reiben und sich Spannung über Jahre aufbaut, bis sie sich ruckartig entlädt. Die Geologie kennt diese Zonen – und kartiert sie.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-erste-parallele"&gt;🔬 Die erste Parallele&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-erste-parallele" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Organisationen haben ihre eigene Tektonik. Der Finanzbereich drückt auf Kosten, der Betrieb auf Verfügbarkeit, die Entwicklung auf Geschwindigkeit, der Betriebsrat wacht über Beschäftigtendaten, der Vertrieb über seine Deadlines. Jede Platte bewegt sich in ihre eigene Richtung – langsam, kraftvoll, meist unsichtbar. Und Security-Vorhaben leben ausgerechnet auf den Grenzen: MFA berührt Arbeitsabläufe, Monitoring die Mitbestimmung, Patch-Fenster die Verfügbarkeit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>In welcher Welt spielen wir</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-15-cynefin-welten/</link><pubDate>Mon, 15 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-15-cynefin-welten/</guid><description>&lt;h2 id="-die-frage-die-wir-überspringen"&gt;❓ Die Frage, die wir überspringen&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-frage-die-wir-%c3%bcberspringen" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir behandeln Informationssicherheit gern als Ingenieursdisziplin. Risiken werden identifiziert, in einer Matrix bewertet, in ein Register überführt, behandelt. Das funktioniert erstaunlich oft. Und manchmal versagt es vollständig – obwohl die Methode sauber angewandt wurde. Die Frage, die wir selten stellen, lautet: Warum eigentlich?&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-erste-antwort"&gt;🔍 Die erste Antwort&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-erste-antwort" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Weil nicht jedes Problem dieselbe Art von Problem ist. Dave Snowdens Cynefin-Modell unterscheidet Problemwelten. Im Klaren gibt es bewährte Praxis – Härtungs-Checklisten, klare Ursache und Wirkung. Im Komplizierten helfen Fachwissen und Analyse; hier sind unsere Risikomatrizen und Register zu Hause, hier gibt es eine richtige Antwort, man muss sie nur finden. Doch ein lernender Angreifer, eine verzweigte Lieferkette, ein über Jahre gewachsenes Systemgefüge gehören nicht hierher. Sie sind komplex: Ursache und Wirkung zeigen sich erst im Nachhinein.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vielfalt ist kein Luxus</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-08-vielfalt-kein-luxus/</link><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-08-vielfalt-kein-luxus/</guid><description>&lt;h2 id="-das-prinzip-der-natur"&gt;🌱 Das Prinzip der Natur&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-prinzip-der-natur" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein Feld mit einer einzigen Sorte bringt den höchsten Ertrag - bis ein einziger Erreger kommt. Die irische Hungersnot, das Ende der Gros-Michel-Banane: Jedes Mal vernichtete ein Pathogen eine ganze Monokultur, weil alle Pflanzen dieselbe Schwäche teilten. Vielfältige Ökosysteme überstehen Störungen besser. In der Ökologie heißt das die Versicherungshypothese: Reagieren Arten unterschiedlich auf eine Störung, federt die Gemeinschaft den Schock ab. Diversität ist keine Zierde. Sie ist Risikostreuung.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Karte des Unbekannten</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-01-karte-des-unbekannten/</link><pubDate>Mon, 01 Jun 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-06-01-karte-des-unbekannten/</guid><description>&lt;h2 id="-das-vertraute-bild"&gt;🌍 Das vertraute Bild&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-vertraute-bild" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Vor zweihundert Jahren war fast jeder Landstrich für jemanden ein weißer Fleck. Eine Karte zu zeichnen, war keine Dokumentationsübung – es war eine Übung in Reduktion von Unsicherheit. Wer den nächsten Fluss nicht kannte, konnte ihn nicht überqueren. Die Vermessung war kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für jede vernünftige Entscheidung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-erste-parallele"&gt;🔬 Die erste Parallele&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-erste-parallele" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Asset-Management hat denselben Zweck. ISO/IEC 27001 A.5.9 verlangt ein Inventar – nicht für den Audit-Tag, sondern damit man weiß, was zu schützen ist. Was nicht bekannt ist, kann nicht durchdacht, nicht bewertet, nicht behandelt werden. Asset-Management ist die methodische Reduktion epistemischer Unsicherheit: Es schließt Wissenslücken, bevor sie zu Sicherheitslücken werden.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Gift ist leise</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-25-stoerungen-haben-vorrang/</link><pubDate>Mon, 25 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-25-stoerungen-haben-vorrang/</guid><description>&lt;h2 id="-wann-ist-streit-gesund"&gt;❓ Wann ist Streit gesund?&lt;a class="heading-anchor" href="#-wann-ist-streit-gesund" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;In ISMS-Sitzungen frage ich mich selten, ob gestritten wird. Mich beschäftigt eine andere Frage: Dient dieser Streit dem Thema – oder vergiftet er es? Wir sind darauf trainiert zu prüfen, ob jemand sachlich bleibt. Ich halte das für die falsche Frage.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-es-ist-nicht-die-lautstärke"&gt;🔍 Es ist nicht die Lautstärke&lt;a class="heading-anchor" href="#-es-ist-nicht-die-lautst%c3%a4rke" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die naheliegende Antwort: Gesunder Streit ist ruhig, vergifteter ist laut. Sie stimmt nicht. Der zerstörerischste Konflikt ist oft der leiseste – der unterkühlte Ton, das pointierte Schweigen, das „machen wir wie immer&amp;quot;, die still entzogene Mitarbeit. Eine Sitzung ohne offenen Widerspruch ist deshalb kein gutes Zeichen. Sie kann das Symptom sein, nicht die Heilung. Wenn nicht die Lautstärke entscheidet – was dann?&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wenn Zahlen versagen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-18-wenn-zahlen-versagen/</link><pubDate>Mon, 18 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-18-wenn-zahlen-versagen/</guid><description>&lt;h2 id="-die-zentrale-frage"&gt;❓ Die zentrale Frage&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-zentrale-frage" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;FAIR-Modelle sind logisch durchdacht, Risk-Register gewissenhaft gepflegt, Eintrittswahrscheinlichkeiten sauber kalkuliert. Und dann: die XZ-Backdoor. Über zwei Jahre schleuste ein Maintainer eine Backdoor in eine Kernbibliothek – entdeckt durch Zufall, Tage bevor sie in jede Linux-Distribution gewandert wäre. Kein Risikomodell hatte diesen Vektor je auf der Liste.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-unbequeme-erkenntnis"&gt;🔍 Die unbequeme Erkenntnis&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-unbequeme-erkenntnis" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Das ist kein Versäumnis der Methode. Das ist Frank Knights Erkenntnis von 1921: Es gibt Risiko – messbar, mit bekannter Verteilung. Und es gibt Knightian Uncertainty – Unsicherheit, bei der die Wahrscheinlichkeit selbst unbekannt ist. Zero-Day-Exploits, Supply-Chain-Attacken, geopolitische Kampagnen: das ist der Standard bei echten Bedrohungen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Erlaubnis zum Zweifel</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-11-pre-mortem/</link><pubDate>Mon, 11 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-11-pre-mortem/</guid><description>&lt;h2 id="-der-vertraute-einwand"&gt;🤝 Der vertraute Einwand&lt;a class="heading-anchor" href="#-der-vertraute-einwand" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Wir machen doch Risk Assessments.&amp;rdquo; Diesen Reflex erlebe ich bei jeder Frage nach den verborgenen Risiken eines Projekts. Verständlich. Wer ein ISMS nach ISO 27001 betreibt, hat eine Risikoeinschätzung vorzuweisen. Wer Projekte führt, hat ein Risikoregister. Methodik liegt vor, Werkzeuge auch. Alles geprüft, alles dokumentiert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-daran-stimmt"&gt;⚖️ Was daran stimmt&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-daran-stimmt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Methodik ist tatsächlich nicht das Problem. Risikoidentifikation, Bewertung, Behandlung – das beherrschen die Werkzeuge gut. Wer eine FAIR-Analyse macht, kommt zu belastbaren Zahlen. Wer Bow-Ties zeichnet, sieht Ursachen und Folgen. Wer Threat-Modelling betreibt, kennt seine Angreifertypen. Auf der Methodenseite liegt alles bereit.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das Phantom in der Pipeline</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-04-slopsquatting/</link><pubDate>Mon, 04 May 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-05-04-slopsquatting/</guid><description>&lt;h2 id="-der-erste-riss"&gt;🟡 Der erste Riss&lt;a class="heading-anchor" href="#-der-erste-riss" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Es beginnt unscheinbar. Eine Entwicklerin fragt ein Sprachmodell nach einer Lösung für ein Authentifizierungsproblem. Das Modell antwortet mit sauberem, kommentiertem Code – und einem Import, der passend klingt. Das Paket dahinter existiert nicht. Der Name ist plausibel, die Syntax stimmt, die Funktion ist beschrieben. Wer prüft schon, ob ein Import wirklich registriert ist?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das nennt sich Slopsquatting: Sprachmodelle halluzinieren Paketnamen. Keine Schreibfehler, keine Tippfehler – sondern Namen, die aus realen Komponenten zusammengesetzt werden, die so aber nicht existieren.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Jedes Risiko hat seine Etage</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-27-risikoebenen/</link><pubDate>Mon, 27 Apr 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-27-risikoebenen/</guid><description>&lt;h2 id="-die-frage-die-governance-verdrängt"&gt;❓ Die Frage, die Governance verdrängt&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-frage-die-governance-verdr%c3%a4ngt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Welche Ebene der Organisation soll diese Risikoentscheidung treffen? Die Frage klingt banal. Sie wird erstaunlich selten gestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Stattdessen landet alles beim Management — oder jede Einheit entscheidet still für sich. Beides kann teuer sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-warum-jede-ebene-anders-schaut"&gt;🔍 Warum jede Ebene anders schaut&lt;a class="heading-anchor" href="#-warum-jede-ebene-anders-schaut" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Jedes Teil-System einer Organisation verfolgt ein eigenes Ziel. Das Entwicklungsteam will schnell liefern. Die Sicherheitsabteilung will Angriffsflächen minimieren. Die Unternehmensleitung will strategische Vorhaben realisieren und regulatorische Anforderungen erfüllen. Jedes Ziel ist legitim.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gut genug war gestern</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-20-gut-genug-war-gestern/</link><pubDate>Mon, 20 Apr 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-20-gut-genug-war-gestern/</guid><description>&lt;h2 id="-die-bequeme-wahrheit"&gt;📌 Die bequeme Wahrheit&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-bequeme-wahrheit" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;„Gut genug&amp;quot; galt lange als Pragmatismus, nicht als Versagen. Wer Security als Qualitätskriterium über den gesamten Entwicklungszyklus forderte, galt als weltfremd. Schließlich lief Software seit Jahrzehnten – kritische Systeme inklusive –, ohne dass das Schlimmste regelmäßig eintrat. Sicherheitslücken wurden gefunden und irgendwann geschlossen. Prävention war teuer, die Nachfrage nach ihr begrenzt. Die Kosten für mehr Sorgfalt standen in keinem vernünftigen Verhältnis zum erlebten Nutzen. Zumindest schien es so.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Gespeichert heute, entschlüsselt morgen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-13-harvest-now-decrypt-later/</link><pubDate>Mon, 13 Apr 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-13-harvest-now-decrypt-later/</guid><description>&lt;h2 id="-die-beruhigende-überzeugung"&gt;📌 Die beruhigende Überzeugung&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-beruhigende-%c3%bcberzeugung" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Quantencomputer, die heutige Verschlüsselung brechen können, sind noch Jahre entfernt. Diese Aussage stimmt wahrscheinlich – aber sie führt zur falschen Schlussfolgerung. Viele Sicherheitsverantwortliche verschieben das Thema auf morgen, weil die Bedrohung noch nicht wirksam ist. Dabei haben sie die Frage falsch gestellt: Nicht „Wann können Quantencomputer entschlüsseln?&amp;quot; ist entscheidend, sondern „Wann haben die Angreifer begonnen zu sammeln?&amp;quot;&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-heute-bereits-geschieht"&gt;⚡ Was heute bereits geschieht&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-heute-bereits-geschieht" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;NSA, CISA, das UK National Cyber Security Centre und die ENISA warnen übereinstimmend: Staatliche Angreifer sammeln bereits heute verschlüsselte Kommunikation – systematisch, in Masse, ohne sofortige Verwertungsabsicht. Die Strategie trägt einen Namen: „Harvest now, decrypt later&amp;quot;. Abfangen jetzt, entschlüsseln, sobald Quantencomputer es erlauben. Kein beschädigtes System, kein Alarm, keine Spur. Der Einbruch hinterlässt nichts – weil er kein Einbruch im klassischen Sinn ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Auferstehung</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-06-die-auferstehung/</link><pubDate>Mon, 06 Apr 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-04-06-die-auferstehung/</guid><description>&lt;h2 id="-der-erste-riss"&gt;🟡 Der erste Riss&lt;a class="heading-anchor" href="#-der-erste-riss" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;SQL-Injection wurde 1998 dokumentiert. Sie steht seit mehr als 20 Jahren in den OWASP Top 10. MITRE nennt 15 Schwachstellen, die seit vielen Jahren in jeder CWE-Top-25 auftauchen, &amp;ldquo;Stubborn Weaknesses&amp;rdquo; – hartnäckige Schwachstellen. SQL-Injection (CWE-89) gehört dazu. Alle warnen davor. Und trotzdem ist sie Jahr für Jahr unter den häufigsten Schwachstellen in produktiven Systemen. Nicht weil niemand es weiß. Sondern weil Wissen nicht dasselbe ist wie Ausrotten.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Das stille Veto</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-30-das-stille-veto/</link><pubDate>Mon, 30 Mar 2026 07:35:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-30-das-stille-veto/</guid><description>&lt;h2 id="-das-versprechen"&gt;🌟 Das Versprechen&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-versprechen" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Psychologische Sicherheit gilt als Fundament jeder ernsthaften Sicherheitskultur. Vorfälle müssen gemeldet, Schwachstellen ehrlich dokumentiert, Risiken realistisch eingeschätzt werden. Ohne ehrliche Signale ist die Sicherheitslage blind – das ist keine weiche Anforderung, sondern eine operative Notwendigkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jede Organisation, die das ernst nimmt, proklamiert genau das. Viele sogar laut und regelmäßig. Security-Kultur als Wert, als Bekenntnis, als Folie in der Jahrespräsentation.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-die-wirklichkeit"&gt;🔍 Die Wirklichkeit&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-wirklichkeit" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber dann kommt die Praxis. Die Sicherheitsexpertin, die kritische Befunde dokumentiert, bekommt beim nächsten Auftrag einen engeren Scope. Die Risikomanagerin, die „hoch&amp;quot; einschätzt, wird gebeten, die Bewertung vor dem Board-Meeting zu überdenken. Der Entwickler, der in der Sprint-Review einen Einwand äußert, erntet ein Augenrollen. Der CISO, der unbequeme Zahlen präsentiert, lernt mit der Zeit, welche Themen willkommen sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Securitas – das verlorene Versprechen</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-23-securitas-verlorenes-versprechen/</link><pubDate>Mon, 23 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-23-securitas-verlorenes-versprechen/</guid><description>&lt;h2 id="-die-gängige-überzeugung"&gt;📌 Die gängige Überzeugung&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-g%c3%a4ngige-%c3%bcberzeugung" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Security schützt die Organisation. Sicherheitsteams sind die Hüter, die Verhinderer des Schlimmsten. Ihr Wert bemisst sich daran, wie viele Risiken sie aufdecken, wie viele Projekte sie stoppen, wie groß die Bedrohung klingt, vor der sie warnen. Diese Logik ist so tief verankert, dass sie kaum noch hinterfragt wird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-das-gegenbeispiel"&gt;⚡ Das Gegenbeispiel&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-gegenbeispiel" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Seneca nannte das Ziel des Weisen „securitas&amp;quot; – sine cura, Freiheit von der Sorge. Nicht Abwesenheit von Gefahr, sondern die Fähigkeit, gelassen und handlungsfähig zu bleiben, obwohl Gefahr existiert. Kelly Shortridge hat beobachtet, dass moderne Cybersecurity dieses Versprechen systematisch umkehrt: Statt Vertrauen und Gelassenheit zu fördern, lebt ein Teil der Branche von Fear, Uncertainty and Doubt. FUD ist kein Versehen. Es ist ein Mechanismus, der Budgets rechtfertigt, Positionen sichert und Abhängigkeiten schafft. Wer das Bedrohungsbild kontrolliert, kontrolliert die Ressourcen.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Generalprobe, die niemand nutzt</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-16-interne-audits/</link><pubDate>Mon, 16 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-16-interne-audits/</guid><description>&lt;h2 id="-die-situation"&gt;📋 Die Situation&lt;a class="heading-anchor" href="#-die-situation" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Das interne Audit steht an. Entweder beginnt jetzt wochenlange Vorbereitung: Dokumente suchen, Lücken schließen, Antworten einstudieren. Oder es passiert gar nichts – und das Nachdenken beginnt erst, wenn die Auditorin im Raum ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-wie-es-oft-läuft"&gt;❌ Wie es oft läuft&lt;a class="heading-anchor" href="#-wie-es-oft-l%c3%a4uft" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Auditorin stellt Fragen. Die Auditierte antwortet präzise und knapp. Jedes Wort ist vorher überlegt. Probleme? Die gibt es offiziell nicht – oder sie tauchen in abgemilderter Form auf. Der Bericht landet im Ordner, die Maßnahmen auf einer Liste, die niemand priorisiert. Ein Jahr später: dasselbe Spiel.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>CRA – die stille Revolution ab September 2026</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-09-cra-stille-revolution/</link><pubDate>Mon, 09 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-09-cra-stille-revolution/</guid><description>&lt;h2 id="-ein-déjà-vu-aus-den-achtzigern"&gt;🌍 Ein Déjà-vu aus den Achtzigern&lt;a class="heading-anchor" href="#-ein-d%c3%a9j%c3%a0-vu-aus-den-achtzigern" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die EG-Produkthaftungsrichtlinie von 1985 war leise und folgenreich. Hersteller physischer Güter hafteten seitdem für Schäden ihrer Produkte. Wer Produkte baute, musste Sicherheit einplanen – nicht nachliefern. Die Autoindustrie nennt das heute selbstverständlich. Die Softwarewelt hat vier Jahrzehnte gebraucht, um denselben Gedanken zu Ende zu denken.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-dieselbe-logik-digital"&gt;🔬 Dieselbe Logik, digital&lt;a class="heading-anchor" href="#-dieselbe-logik-digital" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Am 11. September 2026 beginnt Phase 1 des Cyber Resilience Act. Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen müssen aktiv ausgenutzte Schwachstellen binnen 24 Stunden melden. Eine SBOM – eine maschinenlesbare Stückliste aller verbauten Softwarekomponenten – wird Pflicht. Hersteller stellen Sicherheitsupdates fünf Jahre lang kostenlos bereit. Die Sprache ist vertraut: Stückliste, Rückrufpflicht, Gewährleistungszeitraum. Nur das Produkt ist digital.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Lieferkette als blinder Fleck</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-02-lieferkette-blinder-fleck/</link><pubDate>Mon, 02 Mar 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-03-02-lieferkette-blinder-fleck/</guid><description>&lt;h2 id="-das-starke-argument"&gt;🤝 Das starke Argument&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-starke-argument" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Lieferantensicherheit ist Sache des Lieferanten. Er hat die Expertise, die Systeme, die Prozesse. Er unterzeichnet den Vertrag, er haftet. Was geht mich an, was hinter seiner Firewall passiert?&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-daran-stimmt"&gt;⚖️ Was daran stimmt&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-daran-stimmt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die vertragliche Haftung ist real. Und wer mit einem seriösen Dienstleister arbeitet, bekommt tatsächlich Expertise, die intern nicht vorhanden wäre. Das Argument ist nicht falsch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-wo-es-brüchig-wird"&gt;🔍 Wo es brüchig wird&lt;a class="heading-anchor" href="#-wo-es-br%c3%bcchig-wird" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;SolarWinds 2020: Angreifende kompromittierten den Build-Server des Herstellers. 18.000 Organisationen installierten daraufhin freiwillig ein manipuliertes Update – signiert, legitim, vertrauenswürdig. XZ Utils 2024: Monatelang arbeiteten sich Angreifende in das Vertrauen einer Open-Source-Community vor, um eine Hintertür in eine systemkritische Bibliothek einzuschleusen. In beiden Fällen war das Ziel nicht der Lieferant. Es war die Organisation dahinter.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Vertrauen ist gut, Review ist besser</title><link>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-02-23-vertrauen-ist-gut/</link><pubDate>Mon, 23 Feb 2026 07:35:00 +0100</pubDate><guid>https://blog.0x2e6b6169.de/posts/2026-02-23-vertrauen-ist-gut/</guid><description>&lt;h2 id="-das-starke-argument"&gt;🤝 Das starke Argument&lt;a class="heading-anchor" href="#-das-starke-argument" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;KI-generierter Code durchläuft denselben Review-Prozess wie jeder andere Code.&amp;rdquo; Diesen Satz höre ich in fast jeder Diskussion über die Risiken von Copilot, Cursor und Co. Er klingt überzeugend, denn wer würde schon Code ohne Review in Produktion bringen?&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="-was-daran-stimmt"&gt;⚖️ Was daran stimmt&lt;a class="heading-anchor" href="#-was-daran-stimmt" aria-label="Link zu diesem Abschnitt"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die meisten Teams haben tatsächlich Review-Prozesse etabliert, und statische Analyse fängt offensichtliche Fehler zuverlässig ab. KI-generierter Code ist syntaktisch sauber, oft sogar sauberer als menschlicher. Die Werkzeuge produzieren funktionierenden Code - das ist ihr Versprechen, und sie halten es oft.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>